• Julia

Unsere Traumhochzeit auf zwei Kontinenten

Aktualisiert: 9. Juni 2018

Wer mich kennt oder meinen Blog ließt, der weiß wie sehr ich die Strände der Welt, das Blau des Ozeans und meine tropischen Frangipanis liebe. Und der weiß auch, dass ich seit fünf Jahren zu zweit durchs Leben gehe, mit jemand haarigen dritten an der Leine: mit Oliver und unserem Labrador Terence. Ich habe natürlich auch lange davon geträumt Oli irgendwann einmal zu heiraten. Bereits als ich mir 2013 darüber klar wurde, dass er der Mann ist, mit dem ich gemeinsam alt werden möchte, habe ich immer eine Strand Hochzeit auf den Malediven oder Seychellen visualisiert.


Kindheitsträume


Nun wusste Oli noch nichts von meinem großen Traum, dass ich ihn irgendwann mal allein unter Palmen mit einem Frangipani Strauß heiraten wollen würde… Unser nächster Urlaub nach Abu Dhabi und auf die Malediven war seit September letzten Jahres bereits gebucht und so kamen mir bei der Reiseplanung meine Gedanken von damals plötzlich wieder in den Kopf und beschäftigten mich einige Tage. Ich dachte: manchmal muss man seinem Schicksal eben auch ein bisschen auf die Sprünge helfen. Und so habe ich meinen Freund im Herbst 2017 mit zittriger Stimme einfach von meinem großen Traum erzählt. Ich wusste, dass Oli irgendwann auch heiraten wollte, dennoch war ich natürlich sehr aufgeregt davor, ihm von meiner Idee zu erzählen. Zu meiner Beruhigung fand er den Gedanken nach 5 Jahren zu heiraten sehr schön und freute sich sehr über meine Gedanken. Zugegeben es brauchte ein paar Gassi Runden um Oli davon zu überzeugen, dass ich die Location schon längst gefunden hatte…


Unser Wintermärchen


Nach wenigen Recherchen stellte ich fest, dass die Insel auf der wir wohnen würden sogar Trauungen am Strand anbietet und diese gar nicht so exorbitant teuer sind, wie ich immer glaubte. Große Vorfreude machte sich bereit und ich schaute jeden Tag die Fotos von Hochzeiten auf Meeru Island an. Ich wusste jedoch, dass eine Hochzeit auf den Malediven nicht rechtskräftig sondern nur symbolischer Natur ist und somit würden wir vorher in Deutschland auf dem Standesamt heiraten „müssen“. Wir waren uns einig, dass wir dieses Fest in Deutschland nur klein und im familiären Kreis feiern würden und wussten auch sofort, dass dies unbedingt bei unserem hübschen Italiener La Campagnola am Blauen Wunder stattfinden sollte. Die Organisation und Vorbereitungen liefen unkompliziert und schnell, da wir am 24.02.2018, also Mitten im Winter heiraten würden. Eine Entscheidung die ich rückblickend immer wieder treffen würde. Denn zu dieser Zeit ist alles einfach viel schneller und vielleicht auch günstiger zu organisieren.



Unsere Ringe ließen wir bei unser Goldschmiedin Barbara Oehlke anfertigen und mein Traumkleid konnte ich in meiner Heimat im Harz von der bezaubernden Mandy im Atelier Weißmüller designen und Maß anfertigen lassen. Meinen wunderbaren Brautstrauß kreierte Frau Rost von der Gärtnerei & Blumengeschäft Rost für diesen besonderen Tag und noch nie zu vor, weder bei Pinterest noch bei Instagram habe ich so einen tollen Strauß gesehen… Für Terence bestellte ich eine weiße Fliege, denn auch er sollte natürlich an dem Tag besonders umwerfend aussehen.



Blieb noch die Frage der Fotos, die für mich natürlich auch eine ganz hohe Bedeutung haben. Und so fiel meine Wahl recht schnell auf einen Freund aus meiner Heimat: André alias Mr.Lovesky. Er hat uns den ganzen Tag begleitet und wunderbare Fotos von uns gemacht. Wir sind sehr sehr froh, dass wir uns für ihn entschieden haben…unser großer Tag war einmalig schön. Die Sonne schien und erwärmte das Eis was sich nach tagelangem Frost bereits an der Elbe gebildet hatte, denn das Thermometer zeigte an dem Tag -11° Grad. Das hielt uns jedoch nicht davon ab auch draußen Fotos nach unserer schönen Trauung auf der Goethe Allee zu machen.



Türkisblaue Träume


Unser wunderbarer Hochzeitstag verging leider viel zu schnell und als wir in der Nacht dann nach Hause kamen, war ich direkt traurig dass nun alles schon zu Ende sein sollte… Und dann kamen mir meine Gedanken an unsere in vier Wochen stattfindende Strandhochzeit auf den Malediven. Darauf freuten wir uns nun ganz besonders doll und wir hatten nun dieses sensationelle Ziel vor Augen. Ich malte mir ständig aus, wie es wohl sein würde am Strand, bei der Wärme und der Luftfeuchtigkeit zu heiraten. Würde ich es überhaupt aushalten in meinem Kleid? Ob wir viele Zuschauer aus dem Resort hätten? Was würden wir eigentlich nach der Zeremonie machen? Und: Wie bekomme ich mein wunderschönes Hochzeitskleid in den Koffer und unversehrt ins 7.860 km entfernte Meerufenfushi? Fragen über Fragen gingen mir nun durch den Kopf und ich fand noch keine genauen Antworten. So beschloss ich, mich einfach die nächsten zwei Wochen treiben zu lassen und mich auf meine Frangipanis und das türkisblaue Meer zu freuen. Und das gelang uns beiden einfach unglaublich gut. Nach einem herausragenden Flug mit Etihad Airways kamen wir auf der absoluten Paradies Insel an… Meeru Island! Meine Augen konnten nicht glauben wie irre türkis das Wasser und wie weiß der Strand war. Ich hatte schon viele Strände gesehen und war schon auf einigen Paradies Inseln gewesen, so etwas haben wir jedoch noch nie zuvor irgendwo gesehen.



Der Transport meines Hochzeitskleides in einem Kleidersack im Koffer hat wunderbar geklappt. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit wurde auch der Chiffon Rock des Kleides im Nu wieder glatt und so konnte unsere Strandhochzeit problemlos beginnen. Oli hatte sich für ein entspanntes Leinen Hemd und eine kurze Leinenhose entschieden, da er bei der Wärme wohl kaum einen Anzug hätte tragen können.


Traumerfüllung


An unserem Hochzeitstag waren wir irgendwie wieder genauso aufgeregt wie zu unserer Trauung in Deutschland. Am Vortag haben wir noch einmal unsere Wünsche mit dem Fotografen besprochen und waren mit allem rundum zufrieden. Vorab hatte ich von Deutschland aus schon alles per Email organisiert und so lief hier dann alles reibungslos und wir konnten uns nur auf unseren Tag konzentrieren. Ich wurde 09:30 Uhr nach dem Frühstück von meinen Blumen Frauen in einem kleinen Caddy abgeholt und ins Duniye Spa gebracht. Dort wartete schon Kim auf mich, meine entspannte Visagistin aus Nord-Indien. Wir verstanden uns blendend und ich bekam zunächst ein Erfrischungsgetränk und anschließend mein wunderschönes Make-Up, ein paar Beach Waves und natürlich meinen frisch gepflückten Frangipani Strauß und Blüten für mein Haar. Ich war jetzt schon rundum glücklich! Wie lange hatte ich mir das gewünscht…



Frangipani Kulisse


11 Uhr wartete dann Oli im Spa auf mich, wo ich gestylt und voller Frangipanis in meinem Hochzeitskleid aus dem Salon kam. Wir freuten uns beide dass wir uns wieder hatten und nun unsere kleine Zeremonie starten würde. Vor der Tür warteten bereits Maledivische Bodu Beru Trommler und Blumenfrauen, die für uns maledivische Lieder sangen. Wow – das war ein toller Empfang! Wir liefen zusammen mit ihnen ein paar Meter über die Insel und kamen an unserem reich geschmückten Pavillon an. Ich hatte das Gefühl an diesem Tag schien alles perfekt zu sein. Ein paar malerische Wolken schmückten den tiefblauen Himmel, die Sonnenstrahlen ließen das Türkis des Meeres noch intensiver wirken und die grünen Palmenblätter säumten unseren kleinen Altar. Es war schon etwas kitschig, das gebe ich zu. Aber so wollte ich es immer haben, daher war es für mich ein Traum und auch Oli war sichtlich von der Kulisse überwältigt.



Vor uns stand nun ein kleiner Malediver, dem die Aufregung ins Gesicht geschrieben und die Schweißperlen in Strömen liefen. Wir glauben er ist noch nicht all zu lange in seinem Amt tätig und die Hitze tat wohl auch ihr Übriges. Er trug nun gut betont auf englisch seine gut gewählten Verse vor und wir freuten uns sehr über seine berührenden Worte. Wir verstanden alles und uns rollten Freudentränen übers Gesicht und wir waren nun noch glücklicher, dass wir uns hierfür entschieden hatten. Nach unserem Ja-Wort steckten wir uns erneut unsere Ringe an und bekamen danach zwei erfrischende Kokosnüsse. Damit stießen wir auf uns an… Nun war unsere Ehe zum zweiten Mal besiegelt!




Paradies Shooting


Wir küssten uns und unterschrieben unser maledivisches Wedding-Certificate. Nach einigen Fotos wurden wir erneut von den Gesängen und Bodu Beru Trommeln an den Strand zu unserem wunderschönen kleinen Dhoni geführt und Oli durfte mich in das Boot tragen. Da wir das „über die Schwelle tragen“ schon einmal geübt haben, ging das dieses Mal spielend leicht.  In dem traditionellen Dhoni umrundeten wir Meeru Island und sahen viele Fische im tief Türkisen Meer. Einige Inselbewohner winkten uns zu und bestimmt kann man uns jetzt auch in einigen anderen Urlaubsfotoalben bewundern. Nach der kleinen Bootsfahrt wurden wir dann zu unserem Bungalow gebracht und durften uns erst einmal kurz frisch machen. Ich entschied mich mein langes Hochzeitskleid in ein luftiges Sommerkleid, welches ich in Abu Dhabi gekauft hatte, zu tauschen. Für das einstündige Shooting am Strand, stellte sich das als richtige Entscheidung heraus. Denn es war wirklich sehr sehr heiß in meinem langen Kleid. Ganz kurz dachte ich, wie gut es war, dass wir in Deutschland im Winter geheiratet hatten… In meinem Sommerkleid fühlte ich mich sofort besser und wir konnten ganz unbeschwert Fotos machen!







Tropisches Fazit


Unser zweiter Hochzeitstag im Paradies auf Meeru Island war einfach wunderschön. Ich kann jedem der es privat, klein und tropisch mag, eine symbolische Trauung auf den Malediven oder die Erneuerung des Eheversprechens sehr empfehlen. Dieser Tag nur für uns zwei hat alles noch einmal so richtig abgerundet und perfekt gemacht und von den Fotos, die wir schon einen Tag später bekommen haben, waren wir auch mehr als begeistert. Die Farben leuchten so sehr, dass viele sagen, es sähe aus als stünden wir vor einer Foto Tapete. Ja so haben wir uns manches Mal auf Meeru Island auch gefühlt. Nach unserem Foto Shooting haben wir uns übrigens sofort ins Meer gestürzt und uns abgekühlt, das war einfach ein herrliches Gefühl. Für uns war es ein rundum gelungener Tag voller Freude und Erinnerungen. Ich glaube, dass wir in 10 Jahren noch einmal unser Eheversprechen erneuern könnten, ich weiß auch schon wo… und bis dahin werden wir viele Jahre von den wunderbaren Fotos zehren.


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© Julia Funke 2020